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„Grüne Gentechnik - ein unerlaubter Eingriff in die Schöpfung oder ethisches Gebot?“
Originalmeldung von Prof. Dr. Reinhard Szibor, Forum Grüne Vernunft e.V.
Original-URL: www.gruenevernunft.de
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Die Frage 1 des Titels lässt sich nach Genesis 1,28 in Verbindung mit Gen 2,15 sowie Matthäus 12,1-8 beantworten. Die Meinungen namhafter katholischer und evangelischer Theologen werden referiert.
Die weltweite Hungersituation und die Einstellung der Europäer beschreibt Margot Käßmann treffend: „Jährlich sterben etwa 2,2 Mio. Kinder weltweit an den Folgen von Mangel- und Unterernährung – das sind 6.027 Kinder täglich …Was eigentlich, wenn täglich 6027 Westeuropäer an Hunger sterben würden? … Kann es sein, dass Sterben an Armut in den Ländern des Südens schlicht uninteressanter ist als Sterben in reichen westlichen Industrienationen?“
Darüber wird zu reden sein, denn der globale Hunger ist keinesfalls, wie oft behauptet, ausschließlich durch Verteilungsprobleme, sondern in gleichem Umfang auf Ernteverluste durch Insektenfraß, Pilzbefall und Trockenheit verursacht. Hinzu kommt für die arme Bevölkerung eine Unterversorgung mit Mikronährstoffen (Vitamin A, Aminosäuren und Mineralien). Wie dem zu begegnen ist, wird erläutert. Obwohl Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Vertreter unserer Kirchen den Slogan „Grüne Gentechnik taugt nicht zu Hungerbekämpfung“ unermüdlich wiederholen, zeigen aktuelle Studien, dass gerade Kleinbauern in Entwicklungsländern von dieser Technologie überproportional profitieren. Auch sind die immer wieder beschworenen Schäden für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie gentechnikspezifische Umweltschäden in keinem einzigen Fall eingetreten (es gibt solche Bespiele nur aus der traditionellen Mutationszüchtung, die nicht in der Kritik steht).
Nicht umsonst wurden 2011 weltweit gv-Pflanzen in einem Volumen von 160 Millionen Hektar angebaut. Das entspricht dem 4 ½ fachen der Fläche Deutschlands. Überall, wo Bauern und Verbraucher Wahlfreiheit haben, entscheiden sie sich zunehmend für den Anbau von gv-Pflanzen. Dabei kommen die für Entwicklungsländer wichtigsten Pflanzen, wie der „Goldene Reis“, trockentoleranter Mais u. a. m. erst ab 2013 und danach zum Anbau. Es ist unvorstellbar, dass unter den Bedingungen des Klimawandels eine Weltbevölkerung, die bis 2050 voraussichtlich auf 9,3 Milliarden Menschen wächst, mit der traditionellen Landwirtschaft ernährt werden kann (schon gar nicht durch die minderproduktive so genannte „Biolandwirtschaft“). Kritisiert wird weiterhin, dass sich unsere Kirchen im Verbund mit den NGOs (ungewollt aber sehr wirksam) als Helfer von Konzernen wie Monsanto betätigen, indem sie deren Monopolisierungsstrategien dadurch zum Erfolg verhelfen, dass sie die Gentechnik in Europa verhindern und Wissenschaftler vertreiben.
Ein kurzer populärwissenschaftlicher Einblick in die Grundlagen der gentechnisch basierten Pflanzenzüchtung und der konkurrierenden Verfahren veranschaulicht, wieso mehrere Parteien und NGOs (einschließlich kirchlicher Organisationen) mit der Lobpreisung der vermeintlich „besseren Alternativen zur Gentechnik“ (Mutagenese durch atomares Gärtnern oder Ethylmethansulfonat-Behandlung), die durch tiefgründige und destruktive Eingriffe in die Pflanzengenome und durch das völlige Fehlen von Sicherheitskontrollen charakterisiert sind, das Vorsorgeprinzip eklatant verletzen und unsere Gesundheit und die Umwelt in unverantwortlicher Weise gefährden.
Angesichts der jetzt schon sichtbaren Vorteile sowie des Potenzial der GG für die Ernährung (Beispiele werden gegeben) und der ungerechtfertigten Ablehnung in unsere Gesellschaft wird auf Matthäus 25, 42 – 46 verwiesen, womit auch die Frage des 2. Teils der Überschrift beantwortet wird.
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